Alauni - Lebendige Geschichte

Die Druiden

Übersicht

Der Druide beim Beltane-Ritual
Der Druide beim Beltane-Ritual
Vorausschicken muss man, dass Druiden nur in den linksrheinischen Gebieten belegt sind. Rechts des Rheins sind Priesterinnen und Priester (evtl. Hohepriester) wahrscheinlicher.
Es wird angenommen, dass es sich bei den Druiden um eine hierarchische, stammesübergreifende Organisation handelte. Die Druiden wurden einer zwanzigjährigen Ausbildung unterzogen, in der sie das ungeschriebene Wissen dieses religiösen „Ordens“ lernten.
Die fertig ausgebildeten Druiden hatten einen enormen Einfluss auf die Gesellschaft, sie standen im gleichen Ansehen wie die vornehmsten Vertreter der Kriegeraristokratie. Sie leiteten religiöse Zeremonien, dienten aber auch Fürsten und Stammesführern als Berater oder schlichteten Streitigkeiten. Als Vermittler zwischen Menschen und Göttern hatten sie eine einzigartige Machtposition inne.
Die drei EcksJan der druidischen Macht waren die Fähigkeit, Kranke zu heilen, den Willen der Götter durch Zeichendeutung herauszufinden und die Zukunft vorauszusagen.
Man nimmt an, dass nur Männer Druiden werden konnten. Es gab zwar Priesterinnen, aber diese erreichten nie das Ansehen der Druiden.
Wie groß Macht und Einfluss der Druiden war, zeigt das Vorgehen Roms. Obwohl die römischen Kaiser während ihrer Eroberungen lokalen religiösen Bräuchen, Riten und den verschiedenen Gottheiten gegenüber große Toleranz zeigten, machten sie bei den Druiden eine Ausnahme. Rom erkannte, dass diese eine Schlüsselrolle in der keltischen Gesellschaft spielten – sie hatten den gleichen Rang inne wie führende Mitglieder des keltischen Kriegeradels und als solche übten sie großen Einfluss auf ihre Stammesführer, Häuptlinge und Fürsten aus. Für die Römer war klar: Brachen sie die Macht der Druiden, so zerstörten sie die Seele der keltischen Gesellschaft und nahmen den Kelten ihren Willen und auch die Fähigkeit, Widerstand zu leisten. Diese Erkenntnis führte zur systematischen Verfolgung der Druiden durch Rom.

Prophetie und Weissagung

Druide Jeremy leitet eine Trauungszeremonie
Druide Jeremy leitet eine Trauungszeremonie
Der römische Historiker Diodorus Siculus berichtet: „Die Gallier bedienen sich ebenfalls der Seher, die sie in großen Ehren halten. Diese Männer sagen die Zukunft aus dem Flug und dem Schrei der Vögel sowie aus geopferten heiligen Tieren voraus. Die Menge folgt ihnen unterwürfig“.
Die Fähigkeit, die Zukunft vorherzusagen, war etwas, das den Druiden den Respekt der Stammeshäuptlinge und Könige einbrachte und sie in alle Planungen einbezog, seien es militärische, soziale oder politische Entscheidungen. Dies geschah auf vielfältige Weise, am häufigsten durch die Beobachtung und Deutung von Naturerscheinungen wie das Verhalten von Tieren und Vögeln sowie die Beobachtung des Vogelflugs.
Den Kelten zeigten sich die Götter in allem, z.B. in Flüssen, Wäldern und den Tieren der Natur. Es verwundert daher nicht, dass genau diese Teile der Natur Omen werden konnten, die den Willen der Götter offenbarten. Bestimmte Tiere waren von den Göttern begünstigt, und sowohl Tauben als auch Raben hatten „Stimmen“, sodass die an diesen Vögeln abgelesenen Vorzeichen als besonders mächtig galten. Ebenfalls wurden bestimmte heilige Orte von den Druiden in Ehren gehalten, weil sie eine Quelle der göttlichen Inspiration bildeten.
Aus Irland, wo die Macht der Druiden nicht durch die Römer zerstört wurde, sondern erst durch die Christianisierung im 7. Jhd. langsam ihr Ende nahm, gibt es schriftliche Quellen über die Aktivitäten der Druiden im vorchristlichen Irland – man kann annehmen, dass es in vielem Ähnlichkeiten mit den Gebräuchen des europäischen Festlandes gab. Bei den Kelten Irlands unterteilten sich die weisen Männer in drei Gruppen: Barden, Seher („filidh“) und Druiden. Die Druiden hatten eine bedeutende Macht in ihrer Gemeinschaft und beeinflussten sowohl weltliche als auch religiöse Entscheidungen – sie waren bei weitem die mächtigsten der drei Gruppen. Die Barden hielten die mündliche Tradition am Leben und unterhielten mit den Geschichten vergangener Heldentaten (diese „Berufssparte“ hielt sich bis weit in das Mittelalter hinein). Die Seher hatten zwar wie die Druiden die Gabe der Weissagung, aber es fehlte ihnen deren Macht.