Filzen
Übersicht
Beim Filzen können aus reiner Schafwolle durch die spezielle Behandlung mit warmer Seifenlauge die verschiedensten Werkstücke hergestellt werden. Ob Schuheinlagen, Socken, Mützen, Umhänge – Filz wärmte schon unsere keltischen Vorfahren.
Alles was man zum Filzen benötigt ist gewaschene, gekämmte Schafwolle, warmes Wasser und Seife sowie ein paar gerade Holzstöckchen. Für das Filzen von so genannten „hohlen“ Werkstücken, also Gegenständen, die einen Hohlraum haben, wie Socken, Mützen oder Taschen, benötigt man weiters eine Schablone. In der historischen Darstellung wird die Schablone aus dickem Leder gefertigt.
Die Seife
Die Seife wird aus Seifenkraut hergestellt. Die Seifenkräuter (Saponaria) bilden eine Gattung in der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae). Der Name leitet sich vom lat. sapo = Seife ab. Der Inhaltsstoff Saponin schäumt in wässriger Lösung (Wurzelabkochung) wie Seife. Das Gewöhnliche Seifenkraut (Saponaria officinalis) wurde bereits im Altertum zum Waschen der Wolle und später auch zur Reinigung von Kleidern mit empfindlichen Farben verwendet. Schon Hippokrates kannte dieses Waschmittel.
Arbeitsschritte
Man beginnt mit dem Auflegen von dünnen Schichten Schafwolle (beim Hohlraumfilzen beidseitig auf die Schablone), und zwar werden je nach gewünschter Dicke des Werkstückes drei bis fünf Schichten kreuz und quer mit viel warmem Seifenwasser aufgelegt. Wichtig ist, dass die Schablone um einiges größer ist, als das fertige Stück dann werden soll, da es durch die Behandlung um ca. 1/3 eingehen wird.
Anschließend beginnt die langwierige Arbeit des eigentlichen Filzens. Mit den Fingerspitzen wird zuerst ganz sanft, anschließend immer fester in kreisenden Bewegungen über die Wollschichten gerieben, immer unter Verwendung von viel möglichst warmem Seifenwasser. Die Wärme und die kreisenden Bewegungen bewirken die Verfilzung der Wollfasern, die Seife dient dem besseren Gleiten.
Je nach Größe des Werkstückes dauert der Vorgang des Verfilzens zwischen 30 und 60 Minuten. Anschließend sollte eine gewisse Verfilzung der Oberfläche eingetreten sein.
Je nach Größe des Werkstückes dauert der Vorgang des Verfilzens zwischen 30 und 60 Minuten. Anschließend sollte eine gewisse Verfilzung der Oberfläche eingetreten sein.
Nun beginnt der zweite Arbeitsschritt, nämlich das Walken. Beim Hohlfilzen wird nun die gewünschte Öffnung aufgeschnitten und die Schablone herausgenommen. Dann wird das Filzstück um drei bis vier Holzstöckchen gewickelt und mit viel möglichst heißem Seifenwasser gewalkt, das heißt die Rolle wird mit möglichst viel Druck auf einem festen Untergrund hin- und hergedreht. Durch diesen Vorgang werden die Fasern noch mehr verfestigt und das Werkstück geht um ca. 1/3 ein.
Nun wird das Stück im kalten klaren Wasser ausgewaschen und ca. 24 Stunden lang getrocknet. Es sollte dabei nicht direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden, da dies der Wolle schadet.
Quellenangaben
[1] Das Bild „Gewöhnliches Seifenkraut (Saponaria officinalis)“ basiert auf dem Bild Saponaria-officinalis-flower.jpg aus der freien Mediendatenbank Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist TeunSpaans.





