Alauni - Lebendige Geschichte

Johannes

Johannes auf der Ruine Thürndl über Hallein, April 2008
Johannes auf der Ruine Thürndl über Hallein, April 2008
Auch verschlungene Pfade führen irgendwann einmal an den richtigen Ort.
Dies war bei mir im Juli 2005 der Fall, wo ich spontan dem damals noch „Keltischer Kulturverein Alauni“ betitelten „Keltenhaufen“ auf dem Dürrnberg beitrat. Die Jahre vorher hatten mich – studiumsbedingt – sehr intensiv die Römer und dann – „weil`s seinerzeit g`rad en vogue war“ – das Mittelalter beschäftigt.
Nachdem das „Reenactment-Feld“ der Römer von mittlerweile unzähligen Gruppen beackert wird (und hier auch nicht mehr viel Innovatives zu erwarten ist) und das Mittelalter darstellerisch immer mehr zu einer folkloristischen Massenveranstaltung, einem „Volksfest in Gewandung“ verkommt (bei dem Authentizität eher eine untergeordnete und der Kommerz eine extrem große Rolle spielt), blieb letztlich wie von selbst das einzig „Wahre“ übrig: die historische Darstellung der mittleren und späten Eisenzeit, d.h. der „Zeit der Kelten“. Dies war und ist in mehrerlei Hinsicht eine besondere und auch große Herausforderung: die archäologische Materialbasis ist teils schmal und schwierig zu deuten, historische Informationen sind aufgrund fehlender Schriftquellen spärlich bzw. überhaupt nicht vorhanden und es gibt auch kein brauchbares Ausstattungsangebot, wie für Römer- und Mittelalterausrüstung, was die ganze Sache noch einmal zusätzlich erschwert, doch auch irgendwie spannend und die Betroffenen erfinderisch macht, d.h. u.a. die in ihnen schlummernden handwerklichen Fähigkeiten belebt!
Des weiteren kursieren viele Fehlinformationen oder gar gänzliche Unkenntnis über diese Epoche(n) in der allgemeinen Öffentlichkeit, so dass es hier viel zu Zeigen und auch sonst eine Menge zu Tun gibt, wie über Jahrzehnte verfestigte falsche Bilder und schräge Vorstellungen von „den Kelten“ zu korrigieren und fundiertes Wissen dem interessierten Publikum zu vermitteln. Das sehe ich als meine persönlichen Ziele und auch die der Gesamtheit der Alauni an.
Der Gruppe Alauni stehe ich in Sachen wissenschaftliche Beratung und Projektleitung stets zur Verfügung. Dazu kommt die Koordinierung von Gruppenaktionen und Veranstaltungen sowie die Entwicklung, laufende Überprüfung und Optimierung der darstellerischen Gesamtkonzeption (zusammen mit Johanna). Einen weiteren Schwerpunkt bildet seit dem Frühjahr 2008, mit dem Start unseres in der späten Bronze- und frühen Eisenzeit angesiedelten Langzeit-Projektes „Urnenfelder- und Hallstattkultur“, die Anfertigung von Replikaten und Ausrüstungsgegenständen aller Art. Mein persönliches Darstellungsspektrum umfasst momentan die vor- und frühgeschichtlichen Epochen Hallstatt- und La-Tène-Zeit – mit fundortorientierten Schwerpunkten Hallstatt und Dürrnberg bei Hallein sowie dem bayerischen Raum.
Abb. 1: Nobler Hallstätter am Fürstensitz Ipf Abb. 2: Keltischer Handwerker im Archäologiemuseum Wels Abb. 3: Vor dem Alauni-Schaustand
Abb. 1:Nobler Hallstätter am Fürstensitz Ipf
Abb. 2:Keltischer Handwerker im Archäologiemuseum Wels
Abb. 3:Vor dem Alauni-Schaustand